Statistische Qualitätskontrolle

Autor:in

Lukas Mensch

Dient als Werkzeug zur statistischen Prozesslenkung (statistical process control, SPC)

Vorteile:

1 Regelkarten als Werkzeug

Es werden spezielle Diagramme, sogenannte Qualitätsregelkarten.

1.1 Aufbau XBarS-Karte

XBarS-Karte

-> Mittelwert \bar{x} und Standartabweichung s
Eingriffsgrenzen mit \frac{1}{\sqrt{n}} als Standardfehler:

  • Obere Warngrenze: \text{OWG} = \mu + 1.96\sigma\cdot\frac{1}{\sqrt{n}}
  • Untere Warngrenze: \text{UWG} = \mu - 1.96\sigma\cdot\frac{1}{\sqrt{n}}
  • Obere Eingriffsgrenze: \text{OEG} = \mu + 2.576\sigma\cdot\frac{1}{\sqrt{n}}
  • Untere Eingriffsgrenze: \text{UEG} = \mu + 2.576\sigma\cdot\frac{1}{\sqrt{n}}

Für die Grenzen müssen der Faktor für \sigma und der Mittelwert \mu aus Vorkentnissen bekannt sein.

Es werden über die Zeit Stichproben entnommen und daraus dann der entsprechende Mittelwert \bar{x} sowie die Standardabweichung s berechnet und in die Karte eingetragen.

  • Wenn die Werte ober oder unterhalb Warngrenzen liegen, besteht ein Verdacht auf Störung
    -> Weitere Stichproben
  • Wenn die Werte ober oder unterhalb Eingreifsgrenzen liegen, gibt es vermutlich eine Störung
    -> Sofortiger Eingriff erforderlich

Mögliche Schussfolgerungen aus einer XbarS-Karte:

1.2 Aufbau XbarR-Karte

XbarR-Karte

-> Mittelwert \bar{x} und Spannweite R

2 Six Sigma

Ein statistisches Qualitätsziel (“Null Fehler”) als auch eine Managementmethode.

2.1 Ziel: Warum genau “6” Sigma?

  • Der Kampf gegen die Toleranzgrenze:
    Es gibt einen Idealwert (z. B. eine Schraubenlänge von 50 mm) und Toleranzgrenzen, die erlaubt sind (z. B. ±0,05 mm).

  • Die Gefahr:
    Je breiter die Kurve (Standardabweichung σ) ist, desto größer ist das Risiko, dass Teile außerhalb der Toleranz liegen und damit Ausschuss sind.

  • Die Lösung:
    Prozess so präzise machen (die Kurve so schmal), dass der Mittelwert mindestens 6 Standardabweichungen (6σ) von der Toleranzgrenze entfernt ist.

-> Bei erreichen dieses Level würden 99,99966 % aller Teile innerhalb der Tolleranz liegen. Das würde praktisch eine “Nullfehlerproduktion” bedeuten.

Beispiel mit Schrauben

2.2 Die Management-Methode DMAIC

DMAIC-Zyklus für bereits existierende Prozesse

Six Sigma ist nicht nur Mathe, sondern ein strukturierter Verbesserungsprozess, der ursprünglich von Motorola (1987) entwickelt und durch General Electric (Jack Welch) weltberühmt wurde.

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